[190] Schlicker Klettersteig ©Bernd Ritschel
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Ulrike Schwieren-Höger: "Unterwegs in der Nördlichen Eifel"



Buntsandsteinfelsen

Im Paradies der Steine

Mit Superlativen wurde nie gespart angesichts der majestätischen Buntsandsteinfelsen im Rurtal. Naturschützer und Kletterer geraten gleichermassen ins Schwärmen beim Anblick der steil aufragenden Felsnasen. Aber leider - dies ist das einzige, was sie verbindet. Ansonsten stehen sich die Fronten seit Jahren völlig unversöhnlich gegenüber, und es sieht nicht so aus, als könnte eine Annäherung erreicht werden.

Was ist der Grund? Die Felslandschaft des Rurtales zwischen Kreuzau-Untermaubach und Heimbach-Hausen ist einmalig in Deutschland; ein Lebensraum von europäischer Bedeutung für Pflanzen- und Tierarten, wie ein Gutachten der Landesanstalt für Boden, Ordnung und Forstwirtschaft [Landesanstalt für Biologie, Bodenordnung und Forsten] attestierte.

Die Region wird geprägt vom Dreiklang Wald, Wasser und Felsen und gilt vielen Naturschützern als kostbares Kleinod, das gehegt und gepflegt, keinesfalls aber beklettert werden darf. Äsche und Bachforelle, Wasseramsel und Eisvogel sind hier heimisch. Der Fluss wird von Erlen, Hochstauden und Auwaldresten begleitet. An den Felswänden wachsen Gesellschaften aus Blatt-, Krusten-, Becherflechten und Moosen. Seltene Farne gedeihen ebenso wie Kiefern und Traubeneichen. Allein im Heidekraut finden 300 Insektenarten ihre Existenzgrundlage. Auch die gefährdete Fledermaus, die Mauereidechse und die Schlingnatter haben hier eine Heimat. Vor allem aber lebt in den Felsen wieder der Uhu, der in den 60er Jahren bereits ausgerottet war, und mühsam wieder angesiedelt werden konnte. Auch der Wanderfalke hat im Rurtal ein Rückzugsgebiet; liebt er doch Felsen, die markant aus der Landschaft ragen, über alles.

Schon vor 40 Jahren erkannte der als Eifler Fernsehförster bekannt gewordene Paul Losenhausen die Einmaligkeit der Landschaft: "Wer bei einer Wanderung durch die Eifel unvorbereitet in das Gebiet Nideggen-Heimbach östlich der breiten und schnell-fliessenden Rur gelangt, der fühlt sich plötzlich in eine südliche Landschaft versetzt. Hohe, stark zerklüftete Buntsandsteinfelsen ziehen sich über einer Länge von etwa zehn Kilometern am Rurufer entlang. Nun reizen steile Felsen, sie mögen stehen, wo sie wollen, die Bergsteiger aus Leidenschaft zum Klettern. Das Herz krampft sich einem zusammen, wenn Kletterer in einer Steilwand hängen und die wenigen brütenden Falken aufjagen. Das Angstgeschrei und die klagendenden Rufe der Altvögel, die oft stundenlang verzweifelt über der Störungsstelle kreisen, müssen jeden Tierfreund anrühren."

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Die Felsenlandschaft zieht Erholungssuchende, Wanderer, Freizeitsportler, vor allem Kletterer und Mountainbiker, aber auch Anhänger des Überlebentrainings an. Viel Felswände sind mit rund 5000 Kletterhaken "vernagelt". Die Naturschützer monieren, dass überdies Eiablageplätze vernichtet, Bruten gestört, Flechten und Moose zertrampelt werden. Um weitere Schäden zu vermeiden, erliess Regierungspräsident Franz-Josef Antwerpes eine einstweilige Sicherstellung. Der Ärger hatte damit kein Ende. Den Naturschützern ist das ausgewiesene Schutzgebiet zu klein. Sie wollen ganze Felsformationen zur Tabuzone erklären und fordern, in der Nähe von Brutstätten dürften selbst Wanderwege nicht mehr betreten werden. Die Meinungen prallen aufeinander und politisieren die Gegner. Ein Kompromiss zeigt an, dass einige Felsen beklettert werden dürfen. Nähere Informationen für Kletterer: Rathaus Nideggen bei F. Stolz oder F. Batz, Tel.: 02427/8090

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Quelle: Ulrike Schwieren-Höger: Unterwegs in der Nördlichen Eifel, Grenz-Echo Verlag GEV, Eupen (Belgien), 1999, S. 40

Klappentext: Wo kann der Urlauber einen Mord aufklären? Warum stellt Schlagersänger Heino Bad Münstereifel auf den Kopf? Wie gelingt es Graf Beissel von Gymnich, Burg Satzvey in die Schlagzeilen zu bringen? Wer macht Ferien im tibetischen Kloster auf Schloss Wachendorf? Wann trifft sich die Elite der klassischen Musik in Heimbach?

Antworten auf diese und viele andere Fragen gibt das Buch "Unterwegs in der nördlichen Eifel". Der Erlebnisreiseführer stellt unterhaltsam die schönsten Ziele vor und zeigt mit Reportagen, Tips und ungezählten Adressen, wie aufregend die Landschaft zwischen Aachen und Blankenheim ist.

ISBN 90-5433-121-6
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Burg Nideggen und Burgwand © Günter Kobiolka
Herweg (Quelle: Günter Kobiolka)
Auf der Burgwand
Trichterkante (Quelle: Günter Kobiolka)
An der Burgwand
Hochkoppel bei Untermaubach (Quelle: Günter Kobiolka)
Florian Schmitz
Feuchter in der Burgwand (Quelle: Günter Kobiolka)
Haken für Sandstein