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Deutscher Alpenverein DAV klettern

Dürener Nachrichten, 16.10.08

Lage für den Uhu ist kritisch

Nideggen. Mit Sorge beobachtet die in Bad Münstereifel ansässige Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE) Bestrebungen, die auf eine Aufkündigung des im Rurtal erreichten Kompromisses zwischen Naturschutz und Klettersport gerichtet sind.

Den Regelungen waren jahrelange Streitigkeiten zwischen Klettersportinteressen und Naturschutzbelangen vorausgegangen. Jetzt befürchten die Naturschützer, dass die Politik auf den Druck der Klettersportverbände die Beschränkungen wieder lockern könnte.

Das Erreichte können die Naturschützer mit wissenschaftlichen Untersuchungen belegen: Die Uhu-Population des Rurtals steht wie die der gesamten Eifel seit 25 Jahren unter der wissenschaftlichen Beobachtung der EGE.

Tatsächlich hat sich ausweislich der Untersuchungsergebnisse seit den Beschränkungen des Klettersports und der Entfernung von Kletterhaken der Uhu-Bestand im Rurtal erholt. Die Zahl der erfolgreichen Bruten ist gestiegen.

So ist es in diesem Jahr erstmals wieder zu einer erfolgreichen Uhu-Brut in der Wand unterhalb der Burg Nideggen gekommen. Störungsbedingte Brutaufgaben - früher oft die Regel - kommen heute nur noch ausnahmsweise vor. Zuvor waren junge, noch nicht flugfähige Uhus von Kletterern am Fels aufgeschreckt in die Tiefe gestürzt und gestorben.

Trotz der erreichten Verbesserungen sei die Lage im Rurtal für den Uhu und die übrigen Felsenbewohner wie Mauereidechse, Schlingnatter und Ameisenlöwe aber kritisch. Der Bruterfolg der Uhus bliebe weiterhin deutlich hinter Gebieten ohne Klettersport zurück.

Dazu der Vorsitzende der EGE, Stefan Brücher: «Vor den Beschränkungen lag die durchschnittliche Jungenzahl unter 0,5 je Brutpaar und Jahr. Heute liegt sie bei 0,98. Der Wert muss aber über 1,2 liegen, um den Bestand langfristig zu erhalten.»

Selbst in Abbau befindlichen Steinbrüchen sei der Bruterfolg doppelt so hoch wie im Rurtal. Zwar kämen dort ausnahmsweise Uhus betriebsbedingt zu Schaden, aufgrund des nicht zulässigen Freizeitbetriebs herrschten dort aber für Uhus bessere Bedingungen als im Rurtal. Dabei sei das Rurtal ein Europäisches Vogelschutzgebiet, das zudem eigens zum Schutz der Uhus eingerichtet worden sei.

Tatsächlich sei die Uhu-Population im Rurtal aber auf Zuwanderung angewiesen. Die Zahlen machten deutlich, dass Forderungen nach einer Lockerung der Beschränkungen des Klettersports inakzeptabel seien. «Von neun an sich für Uhus geeigneten Felsgebieten im Rurtal sind aufgrund der bestehenden Freizeitnutzungen tatsächlich nur fünf von Uhus besiedelt», sagt Stefan Brücher.

Die EGE hat sich an den für den Sport zuständigen nordrhein-westfälischen Innenminister, den Landrat des Kreises Düren und die Kreistagsfraktionen gewandt, niemand sollte das Erreichte leichtfertig gefährden.

Die EGE habe, so Geschäftsführer Wilhelm Breuer, ebenso viel Veranlassung, den unter Mühen erreichten Kompromiss zu kritisieren wie die Klettersportler. Die Lage sei nämlich auch für den Naturschutz alles andere als optimal. Im Interesse eines gesellschaftlichen Konsenses habe der Naturschutz diese Kritik zurückgestellt.



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Burg Nideggen und Burgwand © Günter Kobiolka
Herweg (Quelle: Günter Kobiolka)
Auf der Burgwand
Trichterkante (Quelle: Günter Kobiolka)
An der Burgwand
Hochkoppel bei Untermaubach (Quelle: Günter Kobiolka)
Florian Schmitz
Feuchter in der Burgwand (Quelle: Günter Kobiolka)
Haken für Sandstein