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Deutscher Alpenverein DAV klettern

Dürener Nachrichten, 12.09.08

Ein weniger erbaulicher Anblick

Grüne und Umweltschützer sehen Natur und Felsen bei Nideggen in Gefahr. Jüngster CDU-Antrag auf Öffnung und Tourismusförderung findet keinen Zuspruch. Vor 220 Millionen Jahren entstanden.

VON ANDREAS BONGARTZ

Nideggen. Es ist ein imposanter Anblick: Im Effels bei Nideggen türmen sich rund ein Dutzend freistehende Felsen zu an die 22 Meter hohen Wänden auf. Am Fuße der Gesteinsformationen bietet sich dem Betrachter aber ein weniger erbaulicher Anblick: Viele Bäume am Hang strecken ihre Wurzeln in den luftleeren Raum, die Bodenerosion hat dort ganze Arbeit geleistet.

Für Henrike Körber von BUND und Nabu ist klar: Diese Schäden sind nicht natürlich, sondern rühren von der intensiven Kletterei an den Nideggener Felsen. "Wenn ich mir vorstelle, dass hier 150 Leute am Tag klettern dürfen, dann ist das kein Wunder, dass es hier so eine starke Erosion gibt", sagt die Naturschützerin.

Henrike Körber ist mit den Nideggener Grünen im Effels unterwegs, es geht um ein altes Thema: Ist die Forderung auf Freigabe weiterer Felsen für den Klettersport sinnvoll, oder wird die Natur dadurch in einem unverhältnismäßigen Maße beeinträchtigt?

Tourismus fördern

Kletterer fordern immer wieder die Öffnung der Felsen in Nideggen, auch aus Gründen der Tourismusförderung werden solche Maßnahmen gewünscht. Erst im Januar diesen Jahres hatte die Nideggener CDU-Fraktion einen Antrag gestellt, wonach weitere Felsen für den Klettersport freigegeben werden sollen.

Die Antwort der Naturschützerin und der Nideggener Grünen auf diese Forderungen ist eindeutig: "Es soll alles so bleiben, wie es ist", sagt etwa die Grünen-Politikerin Gudrun Zentis. Vor Jahren habe man einen Kompromiss gefunden, der die Interessen der Kletterer berücksichtige und weitestgehend dem Naturschutzrecht gerecht werde "und damit sollten wir jetzt auch leben."

Für Extremisten

Auf keinen Fall, so die Nideggener Grünen und Henrike Körber, sollten neben den bereits geöffneten Kletterfelsen Effels, Hirtzley, Hinkelsteine und Krefelder Hüttenfels weitere geöffnet werden. "Wir haben hier Buntsandsteinformationen, die in der Region einmalig sind und vor 220 Millionen Jahren in der Triaszeit entstanden sind", weiß Henrike Körber zu berichten. Die Felsen seien geologisch, wie auch als Lebensraum für Pflanzen und Tiere einzigartig.

"Dies ist ein Lebensraum für Extremisten unter den Tierarten", so die Naturschützerin. So legen etwa Mauereidechsen ihre Eier auf den Felsspitzen ab, besondere Flechtenarten, die über hunderte von Jahren wachsen, haben sich an die harten Lebensbedingungen angepasst, und auch Fledermäuse nennen die Felsen ihr Zuhause.

Turmfalken und Uhus

Es gibt in Nideggen das wichtigste und größte Fledermauswinterquartier, "das wir in der Region haben". "Auch zahlreiche Vögel, wie Turmfalken und Uhus brüten an den Felsen und brauchen während der Brutzeit Ruhe. Gudrun Zentis: "Da nützt es nichts, wenn die Kletterer sagen, dass sie während dieser Zeit nicht klettern, wo gebrütet wird, eigentlich müssten die Felsen ganzjährig gesperrt werden."

Henrike Körber ergänzt: "Die Buntsandsteinfelsen sind ein extremer Lebensraum, der wie ein Moor sehr selten und deshalb auch besonders schützenswert ist."

Bildunterschrift
Begutachten mit Henrike Körber (Mitte) von Nabu und BUND die Felsen im Effels bei Nideggen: Die Grünen-Politiker Klaus Droste und Gudrun Zentis. Foto: Andreas Bongartz



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Burg Nideggen und Burgwand © Günter Kobiolka
Herweg (Quelle: Günter Kobiolka)
Auf der Burgwand
Trichterkante (Quelle: Günter Kobiolka)
An der Burgwand
Hochkoppel bei Untermaubach (Quelle: Günter Kobiolka)
Florian Schmitz
Feuchter in der Burgwand (Quelle: Günter Kobiolka)
Haken für Sandstein