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Deutscher Alpenverein DAV klettern

Dürener Zeitung, 20.11.2000



Landesminister Michael Vesper in Nideggen

Kletter-Streit: Minister will Kompromiss

Nideggen (jk). Uhu und Falke in den Klettergebieten der Eifel waren am Samstag Gesprächsgegenstand mit NRW-Sportminister Michael Vesper auf Burg Nideggen. Er forderte die Kontrahenten auf, eine aus seiner Sicht mögliche Einigung anzustreben.

Der Minister erschien gut vorbereitet auf der Burg: Er hatte sich vorher bei den zuständigen Behörden sachkundig gemacht. Und er sieht Möglichkeiten zu einem neuen Einigungsversuch zwischen der 1350 Mitglieder zählenden Alpenvereins-Sektion Düren und den Naturschützern.

Der Streit dauert seit Jahren an, er wurde zeitweise erbittert geführt. Die Naturschützer schoben den Rückgang von Uhu und Falke allein den Felsenkletterern zu. Dabei hatte es vor Jahren schon einen Kompromiss gegeben, die Kletterer mussten sich mit bestimmten Felspartien zufrieden geben. Kurz danach flammten die Streitigkeiten jedoch wieder auf. Nach Ansicht des Alpenvereins ging es den Naturschützern lediglich um "Ausübung von Macht". Und die Behörden, so das Argument des Alpenvereins, übersähen die "wilden" Felsenkletterer, gegen die auch der Alpenverein machtlos sei.

Dieser gesamte Sachverhalt ließ sowohl bei Nideggens Bürgermeister Willi Hönscheid und den Minister Hoffnung auf neue Einigungsgespräche aufkeimen.

Beweisumkehr gefordert

Heidi Cremer, Vorsitzende der Dürener Alpenvereins-Sektion, bedauerte den Rückzug auf die "ursprüngliche Antwerpes-Position", das Balzverhalten der Uhus für die Felsensperrung heran zu ziehen. Inzwischen wisse man, dass die Balz überhaupt nicht zu beobachten sei. Ebenso wenig gelinge die Brutbeobachtung. Unverständlich sei daher die Festlegung, die Felsen könnten nur frei gegeben werden, wenn der Uhu nicht dort brüte. Die Alpenvereinsler forderten deshalb die Umkehr der Beweislast.

Beim Felsenrundgang um die Burg konnte der Minister nicht nur die schöne Tal-Landschaft der Rur genießen. Er wurde auch nachdrücklich auf die Situation am Burgfelsen hingewiesen, wo Teil-Sperrungen "ohne ersichtlichen Grund" (so der Verein) vorgesehen seien. Vor der von Dortmund nach Nideggen verlegten Tagung des Deutschen Eifelvereins forderte der Minister am Samstag eine "weise Lösung".

Diese sei erreicht, wenn alle zufrieden seien. Ein "guter Kompromiss" zwischen Natur und Sport müsse möglich sein. Eine Patentlösung sieht allerdings auch Minister Vesper nicht.

Bilduntertitel:
Beim Felsenrundgang um Burg Nideggen informierte sich NRW-Minister Vesper über die Sport-Kletterei. Foto: Josef Katterbach



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Burg Nideggen und Burgwand © Günter Kobiolka
Herweg (Quelle: Günter Kobiolka)
Auf der Burgwand
Trichterkante (Quelle: Günter Kobiolka)
An der Burgwand
Hochkoppel bei Untermaubach (Quelle: Günter Kobiolka)
Florian Schmitz
Feuchter in der Burgwand (Quelle: Günter Kobiolka)
Haken für Sandstein