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Deutscher Alpenverein DAV klettern

Dürener Zeitung, Nr. 23, Freitag, 28. Januar 2000



Ein Platz an der Sonne für bedrohte Eidechse

Eifel weist den rechten Weg durch die Natur

Von Walter Schmühl

Die Wintersonne brennt auf das "Riesentor" und die "Vinzenroute". Die so benannten Kletterrouten im Rurtal ragen seit einigen Tagen kahl aus dem Hang des Felsenrundgangs. Bäume wurden geschlagen; die Stämme liegen nun kreuz und quer im Hang und versperren alte Wanderpfade am Fuß der Wände. Der Buntsandstein wurde nicht vom Bewuchs befreit, damit die Alpinisten auf der Sonnenseite klettern können. Die Bäume fielen für den Artenschutz.

Die Durchforstung des Steilhangs im Rurtal markiert den Anfang eines Projekts, das die Nachbargemeinden Nideggen, Heimbach, Hürtgenwald und Kreuzau innerhalb der nächsten beiden Jahre umsetzen wollen. Gefördert werden sollen neue Wege des Tourismus. Wanderer, kommst du in die Eifel, dann wirst du geführt. So oder ähnlich lautet die Devise.

Nicht mehr querbeet soll die Reise der Touristen gehen. Und der erlebnishungrige Gast soll seine Nase nicht unbedingt in jede Felsspalte stecken.Die Holzaktion im Felsenrundgang löste in den letzten Tagen Missverständnisse aus. Als einem Anlieger ein Baumstamm vor die Haustür polterte, wurde zunächst Protest laut. In einem Gespräch mit dem Forstamt und der Biologischen Station haben die Nachbarn inzwischen erfahren, was geplant ist.



Zitiert

"Dies ist der Anfang eines schlüssigen Konzepts für die Eifel. In zwei Jahren wird man sehen, was wir uns dabei gedacht haben."

Willi Hönscheid, Bürgermeister



Nideggens Bürgermeister Willi Hönscheid erläuterte gegenüber der DZ die Pläne: Nach einem Konzept der Biologischen Station werde man künftig auf eine räumliche Trennung von Naturschutz und Naturnutz hin arbeiten. Konkret: Waldbesucher und Wanderer werden gelenkt. Dabei wird eine Infrastruktur mit gepflegten Wegen und Aussichtspunkten geschaffen. Gleichzeitig werden verzichtbare Trampelpfade gesperrt.

Aus EU-Mitteln wird das Projekt als ein Beispiel für sanften Tourismus gefördert. Allein der Stadt Nideggen stehen in diesem Jahr für solche Maßnahmen 430 000 Mark zur Verfügung. Ab März wird ein über die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Düren eingestellter "Rurtal-Manager" sich um die Koordination der Maßnahmen kümmern. der Mann hat zuletzt in Garmisch Partenkirchen gearbeitet. Die Personalkosten werden anteilig von den vier Eifelgemeinden im Dürener Südkreis getragen.

Hönscheid räumte gestern ein, nach der ersten Durchforstung am Fuß der Felsen könnten falsche Schlüsse gezogen werden. Und der Bürgermeister stellte klar: "Wir haben ein schlüssiges Konzept. In zwei Jahren wird man sehen, was wir uns dabei gedacht haben."

Demnächst werde man "hervorragend ausgestattete Aussichtspunkte auf den Felsen" haben, verspricht der Verwaltungschef. In Nideggen wird ein Mitarbeiter des Bauhofes frei gestellt, damit Wanderwege und Einrichtungen angemessen gepflegt werden können.

Bei dem nun angepackten Projekt folgt die Eifel einem Beispiel aus dem Altmühltal. Anlässlich einer Bereisung habe man sich die dort praktizierte Lösung angesehen und sich davon überzeugen lassen. Hönscheid: "Wir wollen mit dem besten Kapital argumentieren, das wir besitzen, mit einer weitgehend intakten Natur."

Der Natur soll auch die aktuelle Holzaktion dienen: Die Entfernung des Bewuchses schafft für die geschützte Mauereidechse bessere Lebensbedingungen: ein Platz an der Sonne für eine bedrohte Art.

Bildunterschrift: Die Felsen bei Nideggen wurden in den letzten Tagen frei geschlagen. Bäume fallen dort für den Naturschutz. Vor allem die Mauereidechse soll von den Maßnahmen profitieren. (Foto: Walter Schmühl)


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Burg Nideggen und Burgwand © Günter Kobiolka
Herweg (Quelle: Günter Kobiolka)
Auf der Burgwand
Trichterkante (Quelle: Günter Kobiolka)
An der Burgwand
Hochkoppel bei Untermaubach (Quelle: Günter Kobiolka)
Florian Schmitz
Feuchter in der Burgwand (Quelle: Günter Kobiolka)
Haken für Sandstein