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Deutscher Alpenverein DAV klettern

Dürener Zeitung, Nr. 235, Samstag, 9. Oktober 1999



"Keine Tierart wird so intensiv verfolgt wie die Greifvögel"

Nabu-Vorsitzender Dr. Jürgen Klünder widerspricht Taubenzüchtern

Kreis Düren. "Keine Tierart wird illegal so intensiv verfolgt, wie die Greifvögel, auch im Kreis Düren." Dies berichtete der 1. Vorsitzende Dr. Jürgen Klünder gestern auf der Monatsversammlung des Naturschutzbundes Düren (NABU). Das reiche vom aufgestellten Habichtfangkorb in Horm über erschlagene Junghabichte in Merzenich bis zum jungen Habicht, dem in Kreuzau beide Beine in einem Tellereisen abgeschlagen wurden. In Titz wurden Mäusebussarde gleich im Dutzend vergiftet, der Horstbaum des Habicht bei Elsdorf umgesägt, ein Wespenbussard bei Gürzenich angeschossen.

Von einer besonders niederträchtigen Vergiftungsaktion berichtete Klünder, selbst Mitglied in der "Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz" (AGW), aus Rheinland-Pfalz. Hier wurden gleich 16 junge Wanderfalken getötet. Mit E605 vergiftete Tauben waren in den Horst der Falken herabgelassen worden. Die ahnungslosen Jungvögel fraßen und verendeten elendig.

Klünder: "Es werden keine Greivögel in Zuchtstationen aufgezogen und ausgewildert, die den Tauben schaden könnten, schon gar nicht im Kreis Düren." es kämen ja nur Habichte und Wanderfalke in Frage. Der Wanderfalke war in Nordrhein-Westfalen von Menschen ausgerottet worden. Dank des Einsatzes von Naturschützern brüten nun wieder einige wenige Paare. Wenn die Brutplätze nicht 24 Stunden am Tage, teils mit Videokameras, überwacht würden, wäre kaum mit erfolgreichen Bruten zu rechnen.

Niemand, so der Nabu-Vorsitzende, komme auf die Idee Habichte auszusetzen, es sei denn verletzte Tiere, die wieder gesund gepflegt wurden. Wie Herr Schumacher in einem Zeitungsartikel zu der Erkenntnis von "künstlicher Überhöhung des Greifvogelbestandes" komme, bleibe sein Geheimnis.

Klünder: "das Nahrungsangebot und die Qualität des Lebensraumes bestimmen, wie viele Tiere in ihm leben. Dass dies häufig nicht zu den Vorstellungen von Menschen passt, die Nutzungsinteresse vertreten, ist eine andere Sache. Es ist deshalb so unsinnig wie lächerlich von einem ausufernden Bestand an Greivögeln zu sprechen."

Wer in der Nähe des Waldes wohne und Brieftauben züchte, müsse sich nicht wundern, wenn er damit den Habicht anlocke, so Klünder weiter. Es spreche für das Unwissen und die Betrachtungsweise durch ein Monokel zu glauben, dass überhöhte Population von Raubvögeln ohne die Brieftauben in der Natur keine Überlebenschance habe. Nicht ein einziger Greifvogel, geschweige denn eine Greifvogelart sei zum Überleben auf Brieftauben angewiesen.

Gerne will der Nabu den Vorschlag von Herrn Schumacher jr. aufgreifen und dabei helfen, die Ursachen des Brieftaubensterbens abzustellen. Klünder: "Man muss wissen, dass Züchter Tauben einfach töten, nur weil sie mehrmals keine Preise eingeflogen haben, ja es reicht häufig schon, wenn die Taube scheu und nervös ist. Es ist nicht zu verstehen, wie diese Praxis mit dem Tierschutzgesetz in Einklang zu bringen ist, das verbietet, ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund zu töten. Scheuheit, Nervosität oder nicht erfüllte Züchterwünche können wahrlich kein vernünftiger Grund sein, einen Tier den Kopf umzudrehen und abzureißen." Der Nabu-Vorsitzende regt auch an, die gängige Praxis der Preisflüge zu überdenken, damit in Zukunft vermieden werden könne, dass in einer Wettflugsaison 16 Prozent der Altvögel und 23 Prozent der Jungvögel nicht mehr zurückkommen. Sicher hole der Habicht einzelne Tiere, aber sicher nicht 80 Prozent eines Fluges, die trotz Hitzewelle in San Sebastian in Spanien aufgelassen wurden und nicht zu ihren holländischen Züchter zurückkehrten.


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Burg Nideggen und Burgwand © Günter Kobiolka
Herweg (Quelle: Günter Kobiolka)
Auf der Burgwand
Trichterkante (Quelle: Günter Kobiolka)
An der Burgwand
Hochkoppel bei Untermaubach (Quelle: Günter Kobiolka)
Florian Schmitz
Feuchter in der Burgwand (Quelle: Günter Kobiolka)
Haken für Sandstein