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Deutscher Alpenverein DAV klettern

Dürener Zeitung, Nr. 229, Samstag, 2. Oktober 1999



"Es ist an der Zeit, das Thema Greifvögel zu enttabuisieren"

Merzenicher Taubenzüchter will Tiere vor zu vielen Räubern schützen

Kreis Düren. In den letzten Wochen sind viele Tierfreunde damit konfrontiert worden, dass verirrte Brieftauben ihres Schutzes bedurften. Tierschützer führten dieses Phänomen darauf zurück, dass die Brieftauben auf Wettflügen eingesetzt werden und den Weg nach Hause nicht finden.

Informationen sollen Flüge berechenbarer machen

"Sicher kommt es vor, dass sich Brieftauben auf Wettflügen verfliegen", räumt Willi Schumacher jr., Vorsitzender der Brieftauben-Reisevereinigung Merzenich, ein. Um dies zu vermeiden, hat der Verband Deutscher Brieftaubenzüchter Maßnahmen ergriffen, damit die Wettflüge berechenbarer und sicherer werden. So gibt es unter anderem eine intensive Wetterberatung, gleichzeitig werden Störungen des Erdmagnetfeldes beobachtet. Diese und weitere Maßnahmen haben dazu geführt, dass die Verluste an Reisetauben auf Wettflügen spürbar zurückgegangen sind.

700 Auffangstellen bundesweit eingerichtet

Über die ganze Bundesrepublik verteilt ist ein Netz von über 700 Auffangstellen eingerichtet worden. Brieftaubenzüchter haben sich zur Verfügung gestellt, um verlogene Tauben aufzunehmen und fachmännisch zu versorgen.

Woran liegt es nun aber, dass dennoch zunehmend erschöpfte Brieftauben zu beobachten sind? Dies hat, so Willi Schumacher, eine einfache, für die Tauben verhängnisvolle Ursache: Die überproportionale zunahme an Greifvögeln.

In den Sommermonaten, wenn die Greifvögel zur Aufzucht ihrer Brut auf erhöhten Nahrungsbedarf angewiesen sind, lernen die jungen Brieftauben das Fliegen. Zum Drama wird es, wenn ein Greifvogel in den Schwarm der Jungtauben stößt, berichtet der Merzenicher RV-Vorsitzende. Diese suchen ihr Heil in panischer Flucht. Die unerfahrenen Jungtauben sind dann oft nicht mehr in der Lage, zu ihrem Heimatschlag zurückzufinden. Schumacher: "Die Verfolgung der Jungtauben durch Greifvögel hat zur Folge, dass die Brieftaubenzüchter wesentlich mehr Tauben züchten müssen als in der Vergangenheit. Die hohen Verluste haben nichts mit Wettflügen zu tun, da in den verlustreichen Monaten Oktober bis April keine Jungtaubenwettflüge stattfinden."

Brieftaubenzüchter, so Schumacher, betrachten die Greifvögel als elementaren Bestandteil der Natur, sie üben eine wichtige Funktion aus. Durch die künstliche Überhöhung des Greifvogelbestandes sind die Tiere jedoch auf die Erschließung neuer Nahrungsquellen angewiesen. Hinzu kommt, dass noch immer in Zuchtstationen Greifvögel aufgezogen und ausgewildert werden. Dort werden sie mit Tauben gefüttert und lernen, dass Tauben ihre natürliche Beute sind. Viele dieser Tiere können sich in Freiheit nicht mehr umstellen und sind auf das Schlagen von Brieftauben angewiesen.

Brieftauben als fliegende Nahrungsreserve?

Willi Schumacher: "es ist an der Zeit, das Thema Greifvögel zu enttabuisieren. Es kann und darf nicht sein, dass Brieftauben als lebende Nahrungsreserve für einen ausufernden Bestand an Greifvögeln missbraucht werden. Tausende von Brieftauben sterben einen grausamen Tod, um eine künstlich überhöhte Population von Raubvögeln zu ernähren, die ansonsten in der Natur keine Überlebenschange hätten."

Taubenfreunde sollen wieder gezielt züchten können

Sein Apell als Brieftaubenzüchter an die Tierschützer lautet daher: "Helfen Sie mit, die Ursache des Brieftaubensterbens abzustellen! Dann sind die Taubenzüchter auch wieder in der Lage, gezielt nur ihren Bedarf an Brieftauben zu züchten!"


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Burg Nideggen und Burgwand © Günter Kobiolka
Herweg (Quelle: Günter Kobiolka)
Auf der Burgwand
Trichterkante (Quelle: Günter Kobiolka)
An der Burgwand
Hochkoppel bei Untermaubach (Quelle: Günter Kobiolka)
Florian Schmitz
Feuchter in der Burgwand (Quelle: Günter Kobiolka)
Haken für Sandstein