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Deutscher Alpenverein DAV klettern

Quelle: Kölner Stadtanzeiger/Euskirchner Land, Nr. 34,
Mittwoch, 10. Februar 1999

62 Uhu-Paare brüten wieder in den Eifelwänden

Größte europäische Eule war 1965 bei uns ausgestorben

Von Joachim Sprothen

Eifel - "Bubo blibo", besser bekannt als Uhu, ist zwar mit seinen 60 bis 70 Zentimetern von den Krallen bis zu den Ohrbüscheln und fast 2,5 Kilo Lebendgewicht die größte europäische Eule. Seine beachtlichen Ausmaße haben den Vogel aber nicht davor bewahren können, im Jahr 1965 in der Eife gänzlich von der Bildfläche zu verschwinden. Damals wurde das 1 letzte Exemplar dieser Gattung in der Eitel tot aufgefunden.

Dieser beklagenswerte Zustand rief die europaweit organisierte "Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen", die ihre deutsche Hauptgeschäftsstelle in Heimbach hat, auf den Plan. Man machte sich im Ausland auf die Suche nach Uhus und legte ein Zuchtprogramm auf. Nachdem einige Erfahrungen gesammelt worden waren, glückten erste Zuchtversuche in geräumigen Volieren. Der Uhu-Nachwuchs wurde erfolgreich ausgewildert. Und kürzlich hatte der Mechernicher Diplom-Biologe Lutz Dahlbeck für seine Zuhörer in der Breitenbendener Gaststätte "Zum Krebsbachtal" frohe Kunde parat: Angesichts der in der Eifel bereits ausgestorbenen Eulenart sei der Titel seines Vortrages vom Veranstalter, dem Bund Mechernicher Naturschutzverbände, mit "Ja - es gibt ihn »noch«, den Uhu in der Eifel" falsch ausgewählt. Denn jetzt könne vermeldet werden: "Es gibt ihn wieder." Und das in einer Bestandsdichte, die sicherstelle, daß die Art bis auf weiteres in der Eifel überleben könne.

121 Jungtiere

Die Eifel war auch das Zentrum der Wiederansiedlungaktion: Mit 62 Zuchtpaaren im gesamten Eifel-Gebiet und mit 121 Jungtieren erzielte man' 1998 das beste Ergebnis seit der Wiederansiedlung der Uhus. Die Nachzucht in Volieren wurde daher eingestellt. Allein im Kreis Euskirchen haben 15 Uhu-Paare - vornehmlich um den Rursee herum - ein Refugium gefunden.

Die Voraussetzungen für die Wiederansiedlung der mächtigen Eule waren allerdings auch recht günstig. Denn nicht Umweltprobleme sorgten dafür, daß der Vogel hierzulande ausstarb. "Der Uhu wurde als vermeintlicher Konkurrent für den Menschen bei der Jagd auf Hasen und Kaninchen gnadenlos abgeschossen", berichtete Dahlbeck in seinem höchst interessanten Vortrag. Bei den Preußen habe man sogar für jeden erlegten Uhu eine Prämie gezahlt.

Daß der Uhu unter Hasen und Kaninchen allzuviel Unheil anrichten könnte, hat sich mittlerweile als blanker Unsinn herumgesprochen. Zumal sie, wie Dahlbeck betonte, nicht einmal die bevorzugte Mahlzeit der Großeule seien. Der Biologe hatte Neuigkeiten über den Vogel zu berichten, die vielen bisher gewiß noch unbekannt waren. Denn wer würde schon darauf tippen, daß ausgerechnet die stachligen Igel zur Leibspeise der Uhus zählen? Dahlbeck: "Die Uhus fliegen derart lautlos, daß der Igel die Gefahr nicht wittert und nicht mehr dazu kommt, sich zur Kugel zusammenzurollen." Mit einem kräftigen Schnabelhieb machten die Uhus dann im Gegensatz zu Adler oder Habicht, die mit ihren messerscharfen Krallen töten, dem Stacheltier den Garaus. Womit sie keinen allzu großen Schaden anrichten. Denn an Igeln besteht hierzulande kein Mangel.

So könnte der Uhu mittlerweile in der Eifel wieder wunschlos glücklich sein. Denn auch die lange Zeit häufigste Todesursache für die Großeule wurde entschärft. Dahlbeck: "Bis zu 50 Prozent der Jungvögel kamen an Strommasten ums Leben, auf denen sie buchstäblich verbrannten." Die Energieversorger hätten in den vergangenen Jahren geeignete Absicherungen vorgenommen.

Kletterer stören

Jetzt stehen die Uhus nur noch mit dem Alpenverein auf Kriegsfuß. Denn die zunehmende Schar der Kletterer rückt den Eulen in den Felsen des Rurtals immer näher auf die Pelle. Man stehe, so Dahlbeck, in Verhandlungen, dort Schutzgebiete auszuweisen.

Sollten diese erfolgreich zum Abschluß gebracht werden, dann werden sich Dahlbeck und seine Vogelfreunde einer anderen Eulenart widmen. Diesmal nicht der europaweit größten, sondern der zweitkleinsten: dem Steinkauz. Denn der Bewohner von Höhlen in alten Obstbäumen steht auch auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Dahlbeck: "Viele Obstbaumbestände wurden zu Baugebieten gemacht." Und der Steinkauz niste nun mal lieber in Baumhöhlen als in Betonburgen.

Das Bild zeigt einen Mann, der einen Uhu festhält.
Bilduntertitel: AUCH IN DIESER Voliere in Sötenich (Bild links) wurden Uhus für die Auswilderung gezüchtet.

Das Bild zeigt den Dipl. Biologen Lutz Dahlbeck.
Bilduntertitel: Diplom-Biologe Lutz Dahlbeck (Bild rechts) berichtete in Breitenbenden von der Wiederansiedlung der in der Eifel bereits ausgestorbenen Groß-Eule. (Bild: Sprothen)

Das Bild zeigt einen Uhu, auf einem Ast sitzend.
Bilduntertitel: IN AUSGEWACHSENEM Zustand erreicht der Uhu, lateinisch: "Bubo Bubo", eine Flügelspannweite von gut und gerne 1,80 Metern. (Bild: Karbaum)



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Burg Nideggen und Burgwand © Günter Kobiolka
Herweg (Quelle: Günter Kobiolka)
Auf der Burgwand
Trichterkante (Quelle: Günter Kobiolka)
An der Burgwand
Hochkoppel bei Untermaubach (Quelle: Günter Kobiolka)
Florian Schmitz
Feuchter in der Burgwand (Quelle: Günter Kobiolka)
Haken für Sandstein