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Deutscher Alpenverein DAV klettern

Dürener Zeitung, Nr. 155, Mittwoch, 08. Juli 1998

Naturschutz: Bürger zum Petitionsausschuß

CDU Politiker erörtern beim DAV den Konflikt

Nideggen. Mitglieder des Arbeitskreises Sport der CDU Landtagsfraktion erörterten gestern als Gäste des Deutschen Alpenvereins in Nideggen Fragen, die sich aus dem Konflikt zwischen Klettersport und Naturschutz in der Eifel ergeben. In einer anschließenden Pressekonferenz sagte die sportpolitische Sprecherin, Dr. Annemarie Schraps MdL, der Mensch müsse auch in den schutzwürdigen Zonen der Eifel als Teil der Natur verstanden werden. Die CDU bemühe sich um eine differenzierte Betrachtung des Problems und werde sich nachdrücklich für einen Kompromiß einsetzen, mit dem alle Beteiligten leben könnten.

Dr. Schraps kündigte an, die CDU werde das Thema nach der Sommerpause im Sportausschuß des Landtages unter Beteiligung der zuständigen Ministerien zur Sprache bringen. Dazu gehöre wegen der wirtschaftlichen Bedeutung für die Region auch das Wirtschaftsministerium. Die CDU wolle zu einem Kompromiß beitragen, sagte die Abgeordnete, die rigorose Maßnahmen im Sinne des Naturschutzes als nicht sinnvoll bezeichnete.

Der Dürener CDU Landtagsabgeordnete Rolf Seel sagte, man dürfe die Toursimus Förderung in der Eifel aus EU Mitteln nicht mit überzogenen Verboten konterkarieren. Seel berichtete, daß sich der Petitionsausschuß des Landtages in der vergangenen Woche mit 20 Eingaben von Betroffenen aus der Eifel befaßt habe. Nach der Sommerpause plane das Gremium einen Ortstermin in Nideggen. Dabei gehe es um Petitionen aus den Reihen der Gastronomie und des Alpenvereins.

Noch in diesem Jahr, damit rechnet Rolf Seel, sei die endgültige Verordnung zur Unterschutzstellung der Buntsandsteinfelsen zu erwarten. Bis dahin müsse die Landesregierung im Sinne eines tragbaren Kompromisses Einfluß nehmen.

Zitiert:
Der Alpenverein war bisher ein verläßlicher Partner. Es gibt aber auch Seiten die ihre Interessen sehr einseitig vertreten. Rolf Seel, CDU Landtagsabgeordneter

Bilduntertitel:
Sie befaßten sich gestern in Nideggen mit dem Konflikt zwischen Klettern und Naturschutz: Mitglieder des Arbeitskreises Sport der CDU Landtagsfraktion.



Dürener Nachrichten, Nr. 155, Mittwoch, 08. Juli 1998


Christdemokraten und Alpenverein erörterten das Kletterverbot für die Rurtalfelsen

"Keine Glasglocke über die Eifel stülpen"

Nideggen (jk). Im Herbst wird sich der Sportausschuß des Landes NRW mit dem Kletterverbot der Nideggener Felsen befassen. Dort sei Flexbilität gefragt, "wenn der Uhu sein Nest wechselt".

Mit MdL Rolf Seel und Nideggens Bürgermeister Willi Hönscheid trafen sich CDU Vertreter des Ausschusses und der Alpenvereinssektion mit dem Ziel, einen Kompromiß zu finden.

"Es darf keine Glasglocke über die Eifel gestülpt werden“, sagte Seel zu den wirtschaftlichen Auswirkungen des Kletterverbotes. Deshalb seien nicht nur der Petitionsausschuß, sondern auch die Ministerien für Sport und Wirtschaft einbezogen worden.

Drei große Klettergebiete in der Bundesrepublik seien fast nicht mehr zugänglich, sagte Dr. Annemarie Schraps (Krefeld) als Mitglied des Sportausschusses. In der Eifel hätten 125 Felsen für die Kletterer offengestanden, jetzt seien es nur noch zwei Felsmassive. Nach den Ferien berät der Sportausschuß das Thema; der Petitionsausschuß des Landtages kommt zum Ortstermin.

Für Willi Hönscheid war der Alpenverein in den letzten Jahren ein verläßlicher Partner. Dieser zeige sich bereit, eine zufriedenstellende Lösung zu finden. Nach zwei Monaten seien noch zugängliche Felsen "kaputtgeklettert". Flexibilität sei daher gefragt, "wenn der Uhu sein Nest wechselt“, sagte der Bürgermeister.

Hoffen auf Antwerpes

Rolf Seel setzt seine Hoffnung nicht zuletzt auch auf Regierungspräsident Antwerpes, dessen Konzept von 1994 bis im Frühjahr 1998 aufging. Unter den jetzigen Bedingungen allerdings sei kein Vertragspartner für den Alpenverein auszumachen. Man müsse die Gesamtheit dieses Sport sehen, damit nicht wieder Zustände aufträten wie beim Boom des Kanusports auf der Rur, war man sich einig.

Bilduntertitel:
In der "Dürener Hütte" berieten MdL Rolf Seel, Heidi Cremer (Alpenverein), MdL Annemarie Schraps und wissenschaftlicher Referent Hans Achim Michna über eine Lösung zum Kletterverbot an den Nideggener Felsen.



Dürener Nachrichten, Nr. 155, Mittwoch, 08. Juli 1998


Wertvolle Biotope und attraktive Szenen im Rurtal

Uhus an den Kletterfelsen

Rureifel. Der Naturpark Hohes Venn Eifel bietet an den Samstagen 11. und 25. Juli, die Führung "Naturschutz im Rurtal" an. Treffpunkt ist jeweils um 14.05 Uhr der Bahnhof Nideggen Brück

Mit seinen wertvollen Biotopen und attraktive Szenerien zieht das Rurtal viele Besucher an. Die Rur entspringt auf belgischer Seite in den geschützten Moorgebieten des Wallonischen Venns. Hier färbt der Torf der Hochmoore das Wasser braun.

Im Oberlauf zwischen dem Venngebiet und Monschau rauscht der Bach mit ungestümem Temperament zu Tal. Wegen seines Gebirgsbachcharakters und der entsprechenden Wasserfauna ist er auch dort unter Naturschutz gestellt. Weiter talabwärts, zwischen Nideggen und Heimbach, ist die Rur ein ausgewachsener Fluß, der sein Bett tief in den roten Sandsteinfelsen eingegraben hat. Mit der Ruraue zwischen Nideggen und Heimbach birgt die Landschaft ungewöhnliche ökologische Kleinode.

Vielfache Ansprüche

Die Rur muß vielfachen Ansprüchen genügen: Sie soll Trinkwasser liefern, der menschlichen Freizeit und Erholung dienen und Lebensraum für seine natürlichen Bewohner, die Pflanzen und Tiere sein. Felsen und Wasser im Rurtal werden von Tier und Mensch gleichermaßen beansprucht. Die imposanten Felsvorsprünge bei Nideggen sind Lebensraum für Falke und Uhu, ziehen aber auch viele Kletterer an. Ähnlich ist es mit dem Fluß tief unten im Tal: Eisvogel und Wasseramsel müssen sich ihre Jagdreviere mit Kanufahrern teilen.

Mit der Einrichtung von Schutzgebieten und einer eingeschränkten Nutzung von Felsen und Fluß für Sportler wurden die Nutzungskonflikte entschärft. Ob damit alle Probleme gelöst sind, wird bei den Führungen durch eines der betroffenen Gebiete thematisiert. Lothar Gerhards leitet die etwa dreistündigen Rundgänge. Die Teilnahmegebühr beträgt fünf Mark für Erwachsene und 2,50 Mark für Kinder. Weitere Auskünfte: Naturschutzentrum Nettersheim Tel. 02486/1246.



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Burg Nideggen und Burgwand © Günter Kobiolka
Herweg (Quelle: Günter Kobiolka)
Auf der Burgwand
Trichterkante (Quelle: Günter Kobiolka)
An der Burgwand
Hochkoppel bei Untermaubach (Quelle: Günter Kobiolka)
Florian Schmitz
Feuchter in der Burgwand (Quelle: Günter Kobiolka)
Haken für Sandstein