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Deutscher Alpenverein DAV klettern

Dürener Zeitung, Nr. 106, Freitag, 8. Mai 1998

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Nur noch "tote Hose" in der Eifel

Zur Auseinandersetzung zwischen Naturschützern und Tourismusbranche im Rurtal äußert sich Alexander Schiffer, Rurstraße 38 in Nideggen. Er schreibt unter anderem:

"Ich habe alle Artikel über den Naturschutz im Rurtal in der Dürener Zeitung mit großem Interesse gelesen. Meine Meinung dazu ist: "Größenwahn". Fällt den Politikern der Grünen und den Naturschützern nichts besseres ein? Sie tun so, als hätte sich diese "Naturzerstörung" erst in den letzten Jahren zugetragen.

Alles sieht bestimmt nicht verheerender aus als vor 100, ja auch vor 200 Jahren. Wie kommt es, daß es heute noch Eulen, Eisvögel usw. gibt? Haben sie die Naturschützer im Schuhkarton hier angeschleppt oder was? Es gibt nicht mehr und nicht weniger dieser Tierarten als vor vielen Jahrzehnten. Wenn die Tiere nicht im Burgfelsen leben konnten, haben sie sich ganz einfach woanders ein Quartier gesucht, zum Beispiel in der Burg. Dort können sie genau so gut leben.

Auch die Behauptung, die Kletterer treten den Boden lose und zerstören somit die Wurzeln der Bäume, möchte ich dementieren. Glauben diese Naturschützer, daß sich die Kletterer gegen die Bäume lehnen, mit den Füßen den Boden "wegscharren" und sich dabei denken: "Mal schauen, wieviel Wurzeln ich heute wieder freibuddeln kann?" Außerdem schadet diese Idee "Naturschutz im oberen Rurtal" mehr, als sie Nutzen bringt: Arbeitsplätze fallen weg, die Arbeitslosenquote steigt, weniger Steuereinnahmen, und so weiter.

Ich bin heute 18 Jahre alt, aber ich kann mich noch an die "gute alte Zeit" erinnern, als von dem Burgberg noch Segelflieger starteten. Sie schwebten am Himmel und sorgten für Aufsehen in meinem Heimatort Brück. Autofahrer hielten, guckten sich das Schauspiel an, unternahmen danach noch einen Spaziergang und besuchten Gaststätten. Es war richtig stark belebt, unser 350-Einwohner-Dorf.

Doch heute, wo jeder Fremde einen großen Bogen um das Rurtal bei Nideggen macht, sieht man hier unten selten mal ein fremdes Gesicht. Allerhöchstens wenige Rentner. Kaum ein jüngeres Gesicht ist hier zu sehen. Es gibt ja auch keine Attraktionen und Unterhaltungsmöglichkeiten hier. Nun kann ich es verstehen, wenn meine Freunde aus Düren sagen: "Eifel kenne ich nicht. " Oder "Alles öde da - nix los". Ich sehe den Rückgang der Gäste auch am Beispiel Campingplatz: Vor vielen Jahren war dort fast das ganze Jahr alles belegt. Dies passiert heute immer seltener, leider. Damals gab es immer Spaß dort: Als Kinder planschten wir im Rurwasser und hatten Spaß daran, die Kanufahrer naß zu machen. Einige nahmen uns auch bis zur Rurbrücke in Brück mit.

Im Sommer bestand unsere Clique aus 60 Jugendlichen. Diese kommen heute gar nicht mehr campen, weil es hier in der Gegend keine Freizeitgestaltungsmöglichkeiten mehr gibt; kurz: In der Rureifel ist tote Hose! Somit ist unsere Gruppe bis auf wenige geschrumpft. Man könnte doch auch in Einklang mit der Natur leben, anstatt die Menschen davon vollkommen abzuzäunen. Wenn diesen Naturschützern einfällt, das obere Rurtal unter "Naturschutz" zu stellen, könnten sie genau so gut den Adenauerpark oder sogar jeden Baum in Düren unter Naturschutz stellen.

Wenn ich schon lese, daß sich die Naturschützer aus Düren in Birkesdorf treffen, um über den Naturschutz in Nideggen zu diskutieren, denke ich mir meinen Teil. Was mischen sich diese Städter in unseren Lebensraum ein? Die sollten sich lieber mal um ihre Vorgärten kümmern als um unsere Natur. Fangt endlich mal an zu verstehen, liebe "Naturschützer".



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Burg Nideggen und Burgwand © Günter Kobiolka
Herweg (Quelle: Günter Kobiolka)
Auf der Burgwand
Trichterkante (Quelle: Günter Kobiolka)
An der Burgwand
Hochkoppel bei Untermaubach (Quelle: Günter Kobiolka)
Florian Schmitz
Feuchter in der Burgwand (Quelle: Günter Kobiolka)
Haken für Sandstein